Newsletter August 2026

Liebe Freundinnen und Freunde von Miracles Hilfsprojekt,

unser letzter Newsletter liegt inzwischen schon einige Zeit zurück, und in der Zwischenzeit ist viel passiert. Erst vor wenigen Tagen ist Miracle von ihrem jüngsten Besuch der Schule und unserer weiteren Projekte in Nigeria zurückgekehrt. Über ihre Reise, die vielen Begegnungen, die Renovierungsarbeiten an der Schule sowie die Eröffnung des Restaurants mit Lehrküche über der Ausbildungsstätte für Schneiderei werden wir in einem der nächsten Newsletter ausführlich berichten.

In dieser Ausgabe möchten wir zunächst den Bericht über den Besuch unseres Partnervereins, der Miracle Amadi Foundation aus Nigeria, nachreichen, der bereits im März stattgefunden hat. Wir wünschen euch viel Freude beim Lesen der Reiseerlebnisse!

Miracle begrüßt die Gäste.

I. Nigerianischer Kulturabend in Regensburg

Das Hauptereignis des Aufenthalts unserer Gäste aus Benin City war zweifellos der nigerianische Kulturabend am 21. März im Best Western Premier Hotel in Regensburg.

Den deutlich über hundert Besucherinnen und Besuchern wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten. Ein kostenfreies Buffet mit verschiedenen typisch nigerianischen Spezialitäten lud dazu ein, die vielfältige Küche des Landes kennenzulernen. Angeboten wurden unter anderem Jollof Rice – sowohl in der original nigerianisch scharfen Variante als auch in einer milderen Version für den deutschen Gaumen –, Garri, frittierte Kochbananen, Egg Rolls und weitere Spezialitäten.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Münchner Band Osumare, die das Publikum mit einer gelungenen Mischung aus traditionellen und modernen westafrikanischen Liedern, teilweise mit Reggae-Einflüssen, begeisterte. Die mitreißenden Rhythmen luden viele Gäste zum Tanzen ein.

In informativen Vorträgen berichteten unsere drei Gäste über das Leben in Nigeria, die Herausforderungen, mit denen die Menschen dort konfrontiert sind, sowie über die Arbeit unserer Partnerorganisation, der Miracle Amadi Foundation.

Mr. Kingsley Okhomina stellte die Struktur der Partnerorganisation vor und berichtete über unsere Schule, die Rhenium International School. Pastorin Helen Agbon referierte über die Entwicklung der Frauenrechte in Nigeria, die schwierige Situation von Mädchen und Frauen – insbesondere im Norden des Landes – sowie über die Frauengruppe Women Wing innerhalb unserer Partnerorganisation. Die stellvertretende Polizeichefin ACP Evelyn Osilonya vermittelte den Besucherinnen und Besuchern einen eindrucksvollen Einblick in die Problematik des Menschenhandels und der Zwangsprostitution in ihrer Heimatstadt Benin City. Darüber hinaus berichtete sie über ihre ehrenamtliche Arbeit im Women Wing, dessen Mitglieder überwiegend ehemalige Betroffene von Zwangsprostitution und ähnlichen Schicksalen sind. Durch Weiterbildungsangebote und gegenseitige Unterstützung eröffnet die Gruppe den Frauen die Möglichkeit, sich gemeinsam eine bessere Zukunft aufzubauen.

Insgesamt sind wir überzeugt, dass es gelungen ist, den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern vielseitige Einblicke in die nigerianische Kultur sowie in unsere Projekte zur Unterstützung der lokalen Bevölkerung in Benin City zu vermitteln.

Vor den Berichten unserer nigerianischen Partner gab es noch ein paar grundlegende Faken über das Land Nigeria.
Die Moderation übernahm unser 2. Vorstand Claus Wotruba.
Die Münchener Band Osumare begeisterte mit westafrikanischen Rhythmen.

II. Besuch der Kreuzschule und der Montessori-Schule Regensburg sowie des Team Bananenflanke Weiden

Ein besonderes Anliegen unserer Gäste war es, auch eine Schule in Deutschland kennenzulernen. Diesen Wunsch haben wir selbstverständlich gerne erfüllt. Um ihnen einen möglichst vielseitigen Einblick in das deutsche Schulsystem zu ermöglichen, besuchten wir sowohl die Kreuzschule als auch die Montessori-Schule in Regensburg, zu denen wir bereits seit längerer Zeit gute Kontakte pflegen.

In der Kreuzschule besichtigten wir das erst im Jahr 2020 errichtete Schulgebäude, das konsequent an den pädagogischen Bedürfnissen der Schulgemeinschaft ausgerichtet wurde. Die Schulleiterinnen erläuterten das pädagogische Konzept der Schule und gaben unseren Gästen einen anschaulichen Einblick in den Schulalltag. Besonders beeindruckend war der Besuch zweier Klassen der Grundschule: einer Integrationsklasse, in der vorwiegend Kinder mit kognitiven Beeinträchtigungen unterrichtet werden, sowie einer Deutschklasse, in der Kinder gezielt beim Erlernen der deutschen Sprache gefördert werden.

Als zweite Schule besuchten unsere nigerianischen Freunde die Montessori-Schule Regensburg. Dort konnten sie am Unterricht einer Grundschulklasse teilnehmen und den Unterricht von Schülern der Sekundarstufe, die bereits Englisch gelernt haben, aktiv mitgestalten. Dabei entstand ein lebendiger und für beide Seiten bereichernder Austausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Schulen in Deutschland und Nigeria.

Da in Nigeria viele Menschen Vorbehalte gegenüber Menschen mit geistigen Behinderungen haben oder sogar befürchten, eine Behinderung könne ansteckend sein, liegt uns die Förderung von Kindern mit Behinderungen besonders am Herzen. Auch an unserer Schule möchten wir die entsprechenden Förderangebote künftig ausbauen. Um unseren Gästen ein gelungenes Beispiel für inklusive Bildungs- und Freizeitangebote zu zeigen, besuchten wir das Team Bananenflanke in Weiden. In diesem Sportverein trainieren insbesondere Kinder und Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung gemeinsam Fußball und erleben Gemeinschaft, Bewegung und Teilhabe.

Wir danken den beiden Schulen sowie dem Team Bananenflanke herzlich dafür, dass sie uns einen Einblick in ihre wertvolle Arbeit und ihren Alltag ermöglicht haben. Wir hoffen, viele der gewonnenen Eindrücke und Anregungen künftig in unsere Bildungsarbeit in Benin City einfließen lassen zu können.

Die Schulleiterinnen der Kreuzschule Frau Müller und Frau Vogt empfingen unsere Gäste herzlich und führten sie durchs Schulhaus.  
Auch in der Montessori-Schule Regensburg wurden unsere Gäste herzlich willkommen geheißen und bekamen vom Schulleiter Herrn Mestan einen Einblick in den Schulalltag.

III. Austausch mit Frauengruppen und Fachberatungsstellen in Regensburg, München und Nürnberg

Da mit ACP Evelyn Osilonya und Pastorin Helen Agbon zwei Vertreterinnen des MAF Women Wing Teil der Delegation waren, war es uns ein besonderes Anliegen, Begegnungen mit Frauengruppen und Organisationen zu ermöglichen, die in ähnlichen Tätigkeitsfeldern engagiert sind. So organisierten wir unter anderem einen Austausch mit einem Regensburger Frauentreff, bei dem die Besucherinnen des Treffs und unsere Gäste vom Women Wing miteinander ins Gespräch kommen und sich über ihre Erfahrungen austauschen konnten.

Bei einem Ausflug nach München besuchten wir außerdem die Fraueninitiative Milbertshofen im Stadtteilzentrum Milbertshofen. Dort hatten unsere Gäste Gelegenheit, eine nigerianische Familie kennenzulernen, die, nachdem sie schon länger in Deutschland lebte, wieder einige Jahre in Nigeria gelebt hatte und inzwischen nach Deutschland zurückgekehrt ist. Diese Perspektive von Menschen, die sowohl in Deutschland als auch in Nigeria gelebt haben, war für alle Beteiligten besonders bereichernd.

Am vorletzten Tag des Deutschlandaufenthalts stand neben einem Ausflug nach Nürnberg auch ein Besuch der Fachberatungsstelle Jadwiga auf dem Programm. Jadwiga berät und unterstützt Frauen, die von Menschenhandel, Zwangsheirat, sexueller Ausbeutung, Arbeitsausbeutung oder ähnlichen Formen der Gewalt betroffen sind. Da inzwischen ein großer Teil der Klientinnen aus Nigeria stammt und Benin City als einer der Brennpunkte des westafrikanischen Menschenhandels gilt, ergaben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für einen intensiven und wertvollen Erfahrungsaustausch zwischen den Mitarbeitenden der Fachberatungsstelle und den Vertreterinnen des MAF Women Wing.

Planungsarbeiten in unserem Büro in Pentling.
Herr Stahl, der uns unsere Büroräumlichkeiten zur Verfügung stellt, begrüßt unsere Gäste.
Besuch bei der Fachberatungsstelle Jadwiga in Nürnberg.

IV. Eishockey, Bowling und Ausflug zum Kloster Weltenburg

Bei den zahlreichen Terminen im Rahmen des Besuchs war es uns wichtig, unseren Gästen neben all der Vereinsarbeit auch Einblicke in die deutsche Kultur zu ermöglichen sowie ausreichend Gelegenheiten für Freizeit und Erholung zu bieten.

Zusätzlich zu den bereits erwähnten Ausflügen nach München und Nürnberg erkundeten wir gemeinsam die Regensburger Altstadt. Außerdem organisierten wir einen Ausflug zum Kloster Weltenburg und zur Befreiungshalle in Kelheim.

Mit dem Besuch eines Eishockeyspiels in Regensburg lernten die Vertreterinnen und Vertreter der Miracle Amadi Foundation eine Sportart kennen, die in Nigeria kaum verbreitet ist und für sie daher eine besondere Erfahrung darstellte. Bei einer gemeinsamen Runde Bowling konnten sie schließlich auch selbst sportlich aktiv werden und hatten dabei sichtlich viel Freude.

Besuch des Klosters Weltenburg.
Ausflug zur Befreiungshalle bei Kehlheim.
Der Besuch eines Eishockey Spiels in Regensburg war für unsere Gäste eine ungewöhliche, aber schöne Erfahrung. 
Neben dem Treffen mit Jadwiga stand in Nürnberg auch eine Erkundung der Altstadt auf dem Plan.

V. Gottesdienst in der Mennonitengemeinde

Unsere langjährigen Unterstützerinnen und Unterstützer der Mennonitengemeinde Regensburg luden unsere Gäste herzlich zum Sonntagsgottesdienst ein. Mit einem Lied und einem Tanz – wie sie in vielen nigerianischen Gottesdiensten fester Bestandteil der Feier sind – gaben unsere Gäste auch den Besucherinnen und Besuchern der Mennonitengemeinde einen kleinen Einblick in die nigerianische Gottesdienst- und Musikkultur.

Im Anschluss an den Gottesdienst kamen wir bei einem gemeinsamen Mittagessen in den Gemeinderäumen zusammen und nutzten die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und einem regen Austausch.

Gemeinsam mit der Mennonitengemeinde feierten wir den Sonntagsgottesdienst.

Abschließend möchten wir noch erwähnen, dass die Reise unserer drei Gäste nicht aus den regulären Spendeneinnahmen des Vereins finanziert wurde. Einen Teil der Reisekosten trugen unsere Gäste – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – selbst. Ein weiterer Teil wurde aus den Mitgliedsbeiträgen des Vereins finanziert. Der größte Anteil konnte jedoch durch zweckgebundene private Spenden einzelner Vereinsmitglieder gedeckt werden.

Auch der nigerianische Kulturabend wurde durch vielfältige Unterstützung ermöglicht. Neben den sehr entgegenkommenden Konditionen des Best Western Premier Hotels übernahm der Hoteldirektor einen Teil der Veranstaltungskosten. Das Mineralwasser wurde uns freundlicherweise vom V-Markt Pentling kostenlos zur Verfügung gestellt. Die musikalische Begleitung durch die Band konnte dank einer Kulturförderung der Stadt Regensburg finanziert werden. Für diese großzügige Unterstützung möchten wir uns herzlich bedanken!

Ein besonderer Dank gilt außerdem den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern des Kulturabends. Durch ihre vielen kleineren und größeren Spenden konnten schließlich auch die verbleibenden Kosten, beispielsweise für das Buffet, gedeckt werden. Ebenso bedanken wir uns herzlich bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unseres Vereins, die mit ihrem großen Engagement maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Wir hoffen, dass euch unser Bericht über den Besuch unserer Freundinnen und Freunde von der Miracle Amadi Foundation einen interessanten Einblick in ihre Reise nach Deutschland gegeben hat. Schon bald melden wir uns mit einem neuen Newsletter zurück, in dem Miracle von ihrer Nigeriareise im Juli sowie von den aktuellen Entwicklungen an unserer Schule und unseren weiteren Projekten berichten wird.

Euer Team von Miracle’s Hilfsprojekt e.V.

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